Straßenkinderprojekt in Tondo

Samstag 8. Juli, 11 Uhr Ortszeit

Gestern Nachmittag hat mir Father Boy, zusammen mit zwei Angestellten, das Straßenkinderprojekt vorgestellt. Die Fahrt dorthin war der reinste Horror, wenn man es denn so ausdrücken kann. Die Straßen hier in Manila sind vollkommen überfüllt. Überall fahren LKW’s, Autos und Roller und inmitten der ganzen Fahrzeuge laufen Menschen, die Bananen, Wasser oder Zigaretten verkaufen. Kinder, die mit Eimern und Kanistern bepackt Wasser holen wollen, laufen einfach so unter den LKW’s entlang. Ich hatte das Gefühl, als würde sich keiner an Verkehrsregeln halten, aber scheinbar nimmt man in dem Verkehrschaos doch mehr Rücksicht aufeinander, als ich gedacht hätte. Die einzige, die in diesem ganzen Verkehrschaos unruhig war, das war ich. Straßenkinderprojekt in Tondo weiterlesen

Willkommen in Manila

 Freitag 7. Juli, 11 Uhr Ortszeit

Ich habe es geschafft. Nach rund 15 Stunden Flug, sieben Stunden Aufenthalt in Doha und wenig Schlaf bin ich in Manila gelandet. Mein erster Eindruck? Warm!

Als ich aus dem Flieger aussteige und den Wartebereich für das Erteilen des Visums betrete laufe ich gegen eine Wand. Menschen, Lärm und Wärme. Eine Kombination die ich aus meiner Heimat nicht gerade kenne. Problemlos bekomme ich mein Visum ausgestellt. Leicht verschwitzt und müde renne ich am Gepäckband meinem Koffer hinterher, der sich schon von alleine aus dem Staub machen will. Ich habe ihn. Ich verlasse den Flughafen und mache mich auf den Weg zu den Parkdecks. Suchend schaue ich mich nach einer Frau um, die ein Schild mit meinem Namen in der Hand hält. In einer Masse von Menschen, die wild durcheinander laufen und rufen sehe ich sie. Liebevoll werde ich begrüßt und die Müdigkeit verwandelt sich in Neugierde, gemischt mit Hitzewallungen. Nach kurzer Wartezeit kommt auch Father Boy vorgefahren und bittet mich einzusteigen. Als ich im Auto sitze, zu meinem Vorteil eins mit Klimaanlage, realisiere ich erst so ganz wo ich gerade bin. Philippinen, die andere Seite der Welt. Wir machen uns auf den Weg zu meiner Unterkunft. Eine katholische Schule, umgeben von Supermärkten, Kneipen, Bars und anderen Geschäften. „Zuhause“ angekommen wird mir mein eigenes kleines Zimmer gezeigt und ein kleiner Mitternachtssnack serviert. Totmüde lasse ich mich ins Bett fallen und lasse jegliche Geräusche auf mich einwirken. Bellende Hunde, Musik, Autos, das Rauschen der Klimaanlage…

Um acht Uhr heute morgen gab es Frühstück: Reis mit Ei und Würstchen. Den Fisch habe ich skeptisch betrachtet und erstmal links liegen lassen ;).

Der heutige Tag wird ziemlich entspannt, ich kann mich von meiner Anreise erholen, meinen Koffer auspacken und wenn ich Lust habe besuche ich heute Nachmittag einige Straßenkinder. Für heute Abend wurde mir angeboten um die Häuser zu ziehen und das Nachtleben der Jugendlichen auf den Philippinen kennenzulernen.

Ich freue mich sehr hier sein zu dürfen und bin gespannt was mich hier noch alles erwartet 🙂

Bald geht es los!!!

Hallo Zusammen!

In weniger als zwei Wochen beginnt meine Reise auf die Philippinen – und mit ihr ein großes Abenteuer.

Ob ich aufgeregt bin? – Natürlich!    
Nachdem ich endlich alle Impfungen hinter mich gebracht, mir einen Reisepass angeschafft, eine Facharbeit über die „Projektgruppe Malabon und Dritte Welt e.V.“ verfasst und Kontakt zu einigen Filipinos hergestellt habe, fühle ich mich wunderbar vorbereitet auf das kommende Abenteuer. Aber andererseits – kann man sich auf solch eine Reise überhaupt vorbereiten? Der Koffer wird langsam gepackt und mich erreicht der ein oder andere Segensspruch mit einem „Komm gesund wieder!“. Freunde und Familie kommen mir mit gemischten Gefühlen entgegen: Alleine auf den Philippinen? So lange? Das sind berechtigte Fragen, aber trotz allem bin ich voller Vorfreude darauf, mich in unbekanntes Terrain zu stürzen! Angst vor dem, was auf mich zukommt habe ich kaum, ich freue mich auf die Erfahrungen, die ich machen darf, und darauf, eine neue Kultur in all ihren Bereichen kennenlernen und erleben zu dürfen.

Deshalb möchte ich mich schon im Voraus bei allen bedanken, die mich so tatkräftig bei meinem Vorhaben unterstützt haben und es immer noch tun. Bei meinen Lehrern, bei der Projektgruppe, meinen Freunden und vor allem auch bei meiner Familie. Sie alle stehen hinter mir, unterstützen mich und ermöglichen mir diese lange und hoffentlich unvergessliche Reise.

Mittlerweise vergeht die Zeit wie im Flug – noch vor kurzem war alles so theoretisch, aber es dauert nicht mehr lange und ich werde im Flieger hoch über den Wolken sitzen.

Aber meine Erlebnisse sollen nicht nur mich beeindrucken können, sondern auch andere Menschen. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen und die Zeit auf den Philippinen in einem Blog festhalten – nicht nur um ein Lebenszeichen zu senden, sondern vor allem um allen anderen einen Eindruck von meiner Reise geben zu können, was ich dort mache und wie meine persönlichen Erfahrungen sind. Was sind Erfahrungen schon wert, wenn man sie nicht mit anderen Menschen teilt?